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Kapital richtig anlegen

Aktienanleihen – hohe Zinsen mit hohem Risiko

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Aktienanleihen sind besonders gut verzinste Anleihen – allerdings ohne Garantie, dass Anleger ihren Anlagewert am Ende der Laufzeit vollständig zurück bekommen.

Aktienanleihen funktionieren erst einmal wie gewöhnliche Anleihen: Anleger können sie zu einem bestimmten Nennwert kaufen und dem Emittenten damit Kapital leihen. Dafür erhalten sie im Gegenzug vom Emittenten Zinsen. Aktienanleihen haben üblicherweise einen festen Nominalzins (sog. Kupon) und relativ kurze, feste Laufzeiten. Ihre Verzinsung ist jedoch deutlich höher als bei herkömmlichen Anleihen gleicher Laufzeit – was für Anleger attraktiv ist, aber auch auf ihr Risiko hindeutet.


Aktienanleihen sind an die Wertentwicklung einer (oder auch mehrer) Aktien gekoppelt; daher ihr Name. Diese Aktien werden in dem Zusammenhang auch als Basiswert bezeichnet. Endet nun die Laufzeit einer Aktienanleihe, darf der Emittent frei entscheiden, ob er seinen Anlegern lieber (a) den vollen Nennwert der Aktienanleihen (und damit ihr Anlagekapital) zurück zahlt, oder ihnen (b) statt dessen eine vorher vereinbarte Zahl der Basiswert-Aktien übereignet. Praktisch wählt er dabei natürlich die für ihn günstigere Variante:

Hat sich der zugrunde liegende Aktienkurs gehalten oder ist gestiegen, zahlt der Emittent den Nennwert der Aktienanleihen zurück (wie bei herkömmlichen Anleihen). Ist der Aktienkurs dagegen unter einen zuvor festgelegten Basispreis gefallen, bekommen die Anleger statt dessen das Aktienpaket. Das ist jetzt natürlich weniger wert als der Nennwert der Aktienanleihen, d.h. die Anleger machen Verlust. Im Extremfall können die Aktien wertlos sein, sodass Anleger einen beinahe-Totalverlust erleiden können – allerdings keinen kompletten, denn ihre Zinszahlungen erhalten sie trotzdem. Und natürlich können sie die Aktien behalten und wieder auf Kurssteigerung hoffen; dann allerdings mit unbestimmter Laufzeit.

Wann lohnen sich Aktienanleihen?

Damit bergen Aktienanleihen ein nicht unerhebliches Risiko. Zumal der Gewinn für Anleger nach oben begrenzt ist (weil maximal der Nennwert zurück gezahlt wird), Verluste nach unten aber relativ offen sind. Aktienanleihen werden an der Börse gehandelt; Anleger können sie also vor Laufzeitende auch wieder verkaufen. Auch dabei ist die Rendite aber ungewiss, weil die Kurse von Aktienanleihen ebenfalls nach oben durch ihren Nennwert begrenzt werden, nach unten aber ihren Basiswerten folgen.

Heißt im Klartext: Aktienanleihen lohnen sich für Anleger eigentlich nur dann, wenn der zugrunde liegende Basiswert über die Laufzeit hinweg einigermaßen stabil bleibt. Dann bieten Aktienanleihen durch ihre guten Zinsen tatsächlich einen klaren Vorteil. Falls der zugrunde liegende Aktienkurs dagegen deutlich steigt, wäre die reine Aktienanlage oft lohnender gewesen. Und falls der zugrunde liegende Aktienkurs deutlich fällt, wäre eine sichere, normale Anleihe trotz niedrigerer Zinsen rentabler gewesen.

Aktienanleihen sind also nichts für Anleger, die sich einfach nur nicht zwischen Aktien und Anleihen entscheiden können. Sondern im Gegenteil etwas für spekulativ eingestellte Anleger, die hier mit einem kleinen Teil ihres Anlagevermögens ihr Glück versuchen wollen und die sich sowohl mit Anleihen als auch mit den unterliegenden Basiswerten eingehend befassen und die sich eine passende Kursentwicklung erhoffen.

Aktienanleihen im Überblick:

  • Sicherheit – hohes Risiko, abhängig von Kursentwicklung des Basiswerts. Gewinne von vornherein gedeckelt, Verluste nicht. Begrenztes Emittentenrisiko durch kurze Laufzeit.
  • Liquidität – prinzipiell hoch: Kurse Laufzeiten, Verkauf via Börse möglich, Rendite dabei aber ungewiss.
  • Rentabilität – gute Rendite möglich, aber nur bei passender Entwicklung des Basiswerts.

Lesen Sie weiter: Offene Investmentfonds – ausgewogen anlegen


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