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Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland

Unverzinsliche Schatzanweisungen

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Unverzinsliche Schatzanweisungen, auch U-Schätze oder BuBills genannt, sind nicht nur die Bundeswertpapiere mit der kürzesten Laufzeit, sondern auch die einzigen unter den derzeit emittierten Bundeswertpapieren, die weder an der Börse gehandelt werden noch mit einem Zinskupon ausgestattet sind.

Unverzinsliche Schatzanweisungen werden vom Bund etwa alle zwei Monate ausgegeben, mit Laufzeiten von sechs bis zwölf Monaten. Die Bezeichnung "unverzinslich" ist etwas irreführend: U-Schätze bringen selbstverständlich einen Gewinn, nur nicht in Form laufender Zinsen. Statt dessen werden die Zinsen, wie bei Finanzierungsschätzen, beim Kauf in Form eines Abschlags (Disagio) vom Nennwert abgezogen. Daraus ergibt sich ein niedrigerer Kaufpreis; zur Fälligkeit erhalten Anleger dann den vollen Nennwert zurück gezahlt. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Rückzahlungswert ergibt den Gewinn. Solche Wertpapiere heißen auch abgezinste Wertpapiere oder Diskontpapiere.


Beispiel: Ein Anleger kauft Unverzinsliche Schatzanweisungen zum Nennwert von 1.000 Euro. Der Kaufpreis beträgt jedoch nur 990 Euro – die 10 Euro Differenz sind sein Gewinn.

Der Erwerb Unverzinslicher Schatzanweisungen steht im Prinzip jedem offen. U-Schätze sind allerdings in erster Linie für Großanleger gedacht – diese können sie direkt bei Emission kaufen. Privatanleger können Unverzinsliche Schatzanweisungen nur am Sekundärmarkt im Direkthandel über Banken und Sparkassen kaufen, dafür in beliebiger (auch geringer) Höhe. In der Regel fällt hierbei eine Bankprovision an, plus gegebenenfalls zusätzliche Gebühren für ein Wertpapierdepot.

Bei Bedarf können Unverzinsliche Schatzanweisungen vor Ende der Laufzeit auch jederzeit wieder verkauft werden. Wegen der kurzen Laufzeiten sind Kursschwankungen und damit das Kursrisiko begrenzt; Gewinnchancen durch Kurssteigerungen aber natürlich auch. Da die Bundesrepublik Deutschland als ausgesprochen sicherer Schuldner gilt, ist ein Zahlungsausfall kaum zu befürchten; entsprechend gering ist auch das Emittentenrisiko. Unverzinsliche Schatzanweisungen können damit als sehr sichere Geldanlage gelten.

Anleger können das Kursrisiko ganz ausschalten, indem sie ihre Unverzinslichen Schatzanweisungen bis zum Ende der Laufzeit halten, denn bei Fälligkeit erfolgt die Rückzahlung zum vollen Nennwert. In diesem Fall ist auch der Gewinn genau kalkulierbar, denn Kaufpreis und Nennwert sind beim Kauf bekannt. Die Höhe des Abschlags und damit letztlich die Rendite richtet sich nach den Marktzinsen bei Emission; wegen der kurzen Laufzeiten und der hohen Kreditwürdigkeit des Bundes sind hier keine hohen Renditen zu erwarten.

Anders als die ähnlich aufgebauten Finanzierungsschätze werden Unverzinsliche Schatzanweisungen auch nach 2012 weiterhin ausgegeben.

Unverzinsliche Schatzanweisungen im Überblick

  • Sicherheit – sehr hoch. Bei Halten bis zur Fälligkeit Rendite genau absehbar, kein Kursrisiko, Emittentenrisiko minimal.
  • Liquidität – kurz- bis mittelfristig. Laufzeit 6-12 Monate, kein Börsenhandel, aber Direkthandel möglich.
  • Rentabilität – minimal, durch kurze Laufzeit und hohe Bonität des Emittenten. Erst recht in Niedrigzinszeiten.

Lesen Sie weiter: Finanzierungsschätze


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Geldanlage - Sparen - Börse - Rendite