Robo-Advisor im Kassensturz: Die Sparplan-"Projekt"-Rendite (nach IRR)
Fondsrechner zum FondssparenDer Fondsrechner ist speziell für Geldanlagen in Fonds konzipiert, um durch regelmäßiges Fondssparen kontinuierlich ein Vermögen aufzubauen. Der Rechner unterstellt ein unterjährig exponentielles Kapitalwachstum. |
Renditerechner für universelle RenditeberechnungDer Renditerechner ermittelt die Rendite als Effektivverzinsung sowie den Kapitalwert einer Investition bei mehreren Einzahlungen und Auszahlungen zu beliebigen Zeitpunkten. |
Kostet oder bringt ein Robo-Advisor Rendite?
Robo-Strategie vs. MSCI World: Die TWR-Performance 2026 im Vergleich
Die (mehr oder weniger) verdeckten Kosten des Robo-Advisors
Robo-Advisor im Kassensturz: Die Sparplan-"Projekt"-Rendite (nach IRR)
Die zeitgewichtete Rendite (TWR) zeigt nur die reine Strategie. Für den eigenen Geldbeutel zählt jedoch, wann wie viel Kapital geflossen ist – und welchen Hebeleffekt eine Neukundenprämie auf den tatsächlichen Kontostand hat.
Im vierten Teil unserer Serie machen wir den Kassensturz: Wir berechnen die reale Projektrendite (IRR) unseres 6-Monats-Experiments, vergleichen die Rendite mit dem DIY-Depot und decken auf, dass das Robo-Dashboard die wahre Rendite für Ihren Geldbeutel verschweigt.
Die Basis: Wie wir den simulierten DIY-Sparplan exakt berechnen
Bevor wir die Renditen vergleichen, müssen wir die absolute Benchmark setzen: Wie viel Geld hätten wir auf dem Konto, wenn wir die 600 Euro Eigenkapital (und alternativ die monatlichen 12,50 Euro Prämie) komplett in Eigenregie angelegt hätten? Für maximale Transparenz bauen wir nicht den exakten stundengenauen Kaufverlauf nach, sondern nutzen eine pragmatische, für jeden nachvollziehbare Methode: Wir nehmen konsequent den XETRA-Schlusskurs des ersten Handelstages jedes Monats (März bis August 2026).
Da das Robo-Advisor-Depot am 21.08.2026 ausgewertet wurde und dort die Kurse des Vortages nutzt, nehmen wir für unsere Endbewertung den offiziellen XETRA-Schlusskurs vom 20.08.2026 (126,15 Euro) für unseren iShares Core MSCI World ETF (ISIN: IE00B4L5Y983).
| Käufe für simulierten DIY-Sparplan |
| Ausführungsmonat im Jahr 2026 |
Datum (1. Handelstag des Monats) |
XETRA-Schlusskurs | Gekaufte Anteile für 100 € |
Gekaufte Anteile für 100 € + 12,50 € Prämie ab April |
| März | 02.03.2026 | 113,96 € | 0,8775 | 0,8775 |
| April | 01.04.2026 | 110,36 € | 0,9061 | 1,0194 |
| Mai | 04.05.2026 | 117,40 € | 0,8518 | 0,9583 |
| Juni | 01.06.2026 | 123,77 € | 0,8080 | 0,9089 |
| Juli | 01.07.2026 | 125,88 € | 0,7944 | 0,8937 |
| August | 03.08.2026 | 126,18 € | 0,7925 | 0,8916 |
| Summe ETF-Anteile: | 5,0303 | 5,5494 | ||
| Endwert am 20.08.2026 (Kurs: 126,15 €): | 634,57 € | 700,06 € | ||
Der Hebeleffekt der Neukundenprämie auf die Projektrendite (IRR)
Der Endwert des Robo-Advisor-Depots lag am 21.08.2026 bei 687,65 Euro. Auf den ersten Blick sieht das nach einem klaren Sieg für den Algorithmus aus (687,65 Euro vs. 634,57 Euro beim reinen DIY-Sparplan ohne Prämie). Doch hier war der Hebeleffekt durch die Neukundenprämie im Spiel.
Setzen wir die tatsächlich geleisteten Sparraten als Zahlungsströme in die Renditeberechnung ein. Um Begriffsverwirrungen zu vermeiden, definieren wir vorab: Wenn wir hier von der IRR (Internal Rate of Return) oder Projektrendite sprechen, meinen wir den auf ein volles Jahr hochgerechneten, also annualisierten (p.a.) Wert. Damit lassen sich Projekte seriös mit anderen Zinssätzen bzw. Renditen vergleichen.
Da wir beim Robo-Advisor aus eigener Tasche nur 600 Euro bezahlt haben, der Kontostand durch die geschenkten 12,50 Euro (ab der zweiten Rate) aber gepusht wurde, katapultiert das unsere persönliche Projektrendite in extreme Höhen:
- Robo-Advisor (Nur den Eigenkapitaleinsatz betrachtet): Das geschenkte Geld bewirkt eine absurde Überperformance. Die annualisierte IRR schießt auf sagenhafte 66,687 % p.a. (Hier im Renditerechner nachvollziehen).
- DIY-Sparplan (gleicher Einsatz von 100 Euro Eigenkapital pro Monat): Unser simulierter MSCI-World-Sparplan liefert für diesen sehr starken 6-Monats-Zeitraum ebenfalls eine exzellente, reale Projektrendite (IRR) von 23,657 % p.a. (Hier im Renditerechner nachvollziehen).
Dieses Phänomen ist extrem wichtig zu verstehen: Bei der gewählten Anlagesumme und der prozentual hohen Prämie, die im kurzen Betrachtungszeitraum ab dem 2. Monat monatlich einging, wirkt die Prämie wie ein gigantischer Rendite-Hebel. Wer nach sechs Monaten nachrechnet, freut sich über eine fantastische Projektrendite – man darf nur nicht vergissen, dass dieser Boost nicht vom cleveren Algorithmus erwirtschaftet wurde, sondern ein Marketing-Geschenk war.
Der Dashboard-Check: Äpfel, Birnen und späte Lastschriften
Wer nun glaubt, dass einem der Robo-Advisor diese fantastische 66-Prozent-Projektrendite stolz im eigenen Kunden-Dashboard präsentiert, wird beim Einloggen überrascht: Der getestete Robo-Advisor weist dort eine geldgewichtete Rendite von lediglich 10,34 % und eine absolute Wertentwicklung von 25,15 Euro aus (Stand 21.08.2026).
Wie passen diese Zahlen mit unseren Berechnungen zusammen? Wenn man verstehen will, was im Robo-Depot los ist, muss man die Mechanik hinter dem Dashboard entschlüsseln:
- Die Prämie wird wie eine Eigeneinzahlung behandelt: Warum zeigt das System nur 25,15 Euro Gewinn an? Zieht man diese 25,15 Euro vom Endvermögen (687,65 Euro) ab, landet man bei 662,50 Euro. Das System verbucht die fünf 12,50-Euro-Prämien (insgesamt 62,50 Euro) also nicht als Rendite-Geschenk, sondern rechnet sie knallhart als reguläre Einzahlungen ab. Das Dashboard bewertet stur, wie sich das Gesamtkapital am Markt geschlagen hat, und klammert den extremen Prämien-Hebeleffekt auf Ihren eigenen Geldbeutel völlig aus.
- Nicht annualisiert vs. p.a.: Hier liegt einer der größten Fallstricke beim Rendite-Vergleich - es ist sehr wichtig immer genau darauf zu achten, um welche Rendite es sich gerade handelt. Denn die eine einzige Rendite gibt es nicht, wie Sie bereits wissen. Unser Robo-Advisor weist – wie in der Branche bei Zeiträumen unter einem Jahr üblich – die geldgewichtete Rendite (wie auch die Strategierendite) nicht annualisiert aus. Die 10,34 % sind die Rendite für diese knapp sechs Monate. Die Projektrendite (IRR) in unserem Rechner ist hingegen, wie oben definiert, immer annualisiert (p.a.). Wenn wir die für die geldgewichtete Rendite angegebenen 10,34 % mathematisch auf ein Jahr hochrechnen, entspräche das einer Rendite von über 23 % p.a. (s.u.)
- Die Theorie vs. die späten Lastschriften: Wenn wir jedoch die angewandte Logik des Anbieters (Prämie als eigene Einzahlung gewertet) mit unseren Modell-Zahlungsströmen in den Renditerechner tippen, kommen wir auf eine IRR von nur 15,46 % p.a. (Hier im Rechner nachvollziehen). Wir haben in unserem Rechner jedoch die Anleger-Realität abgebildet: Das Geld wird konsequent am 2. des Monats bereitgestellt. Das Dashboard des Anbieters rechnet hingegen taggenau mit den verzögerten internen Geldflüssen. Das Geld wurde per Lastschrift oft erst Tage später eingezogen, und auch die Prämie floss oft zeitversetzt. Die Finanzmathematik ist hier eindeutig: Je später Kapital eingesetzt wird, um am Ende zu demselben Kontostand zu gelangen, desto höher fällt die errechnete interne Rendite aus, da das Geld für eine kürzere Zeit gebunden war. Diese internen Buchungsverzögerungen treiben die ausgewiesene Rendite des Anbieters mathematisch nach oben.
Die 10,34 % (ca. 23 % p.a.) im Dashboard zeigen Ihnen also ehrlich die Leistung – aber eben nur aus der internen Sicht des Robo-Advisors. Das System bewertet, wie gut es das Kapital ab dem Moment vermehrt hat, als es intern endlich verbucht und investiert war. Für Sie als Anleger ist dieser Wert jedoch kaum informativ: Da der Abbuchungstag schwankte, mussten Sie die 100 Euro jeden Monat frühzeitig auf Ihrem Girokonto vorhalten. Das Geld war dort faktisch blockiert. Solange Sie kein extrem hoch verzinstes Girokonto besitzen, das in dieser Wartezeit vergleichbare Renditen abwirft, lag das Geld unproduktiv herum. Daher ist unsere Modellrechnung (Investition konsequent am 2. des Monats) mit 15,46 % p.a. die wirtschaftlich ehrlichere Berechnung.
Dennoch muss man es dem Robo-Advisor wirklich sehr hoch anrechnen, dass er den Bonus nicht als Gewinn sondern als Investition in seine Rechnungen einbezieht. Das wiederum führt in der Realität dazu, dass die für den Anleger geldgewichtete Rendite doch wieder höher ist - allerdings selbst berechnet werden muss.
Abschließend ist jedoch festzuhalten, dass dieser hier beobachtete Effekt v.a. bei diesem kurzen Betrachtungszeitraum zu Beginn des Sparplans so ausgeprägt ist. Dieser Unterschied wird sich so nicht fortsetzen, da das bereits angesparte, investierte Kapital eine immer größere Rolle spielen wird und die einzelnen Sparraten eine immer geringere.
Bonus für Nachrechner: Die Formel zur Wahrheit
Für alle, die es jetzt genau wissen wollen: Wie rechnet man eine absolute, nicht annualisierte Rendite von ca. sechs Monaten mathematisch sauber auf ein volles Jahr (p.a.) hoch, um sie als IRR vergleichen zu können? Die finanzmathematische Formel für diese sogenannte Annualisierung lautet:
Renditep.a. = (1 + Periodenrendite)365Tage − 1
Wenden wir diese Formel auf das Dashboard des Robo-Advisors an: Nehmen wir die dort angezeigten 10,34 % (geldgewichtet, nicht annualisiert) und setzen für unseren Zeitraum 172 Tage (2. März bis 21. August) ein, erhalten wir die oben bereits genannte annualisierte Rendite von 23,2 % p.a.
Und was passiert, wenn wir die Formel auf den MSCI World anwenden? In Teil 2 unserer Serie haben wir festgestellt, dass die zeitgewichtete Strategie-Rendite (TWR) des MSCI World bei 10,70 % lag. Auch diese TWR war nicht annualisiert. Annualisieren wir diese 10,70 % mit der exakt selben Formel (172 Tage), landen wir bei 24,05 % p.a.. Beziehen wir alle Nachkommastellen mit ein, ist das derselbe Wert, den wir auch direkt mit dem Renditerechner bei Verwendung der Kurswerte ausrechnen können. Im Renditerechner sehen wir schön den relativen Gesamtgewinn nicht annualisiert (10,697 %) und als IRR annualisiert ausgedrückt (24,068 % p.a.).
Erinnern Sie sich an unsere echte Projektrendite (IRR) für den DIY-Depot-Verlauf aus dem Renditerechner mit den Zahlungsströmen etwas weiter oben im Text? Sie lag in diesem Fall vergleichbar bei 23,65 % p.a..
Exkurs: Warum sind Kursrendite und Projektrendite hier fast identisch?
Dass diese beiden Werte – die reine Kursrendite des MSCI-World-ETFs (ca. 24,05 % p.a.) und die Vergleichs-Projektrendite für den MSCI World Sparplan (23,65 % p.a.) – in unserem Kassensturz so nah beieinander liegen, ist kein Zufall, aber auch nicht selbstverständlich. Es ist ein klares Indiz für unseren Testzeitraum: Der Markt ist über die sechs Monate relativ stetig gewachsen, ohne extreme Abstürze oder Blasen. Egal zu welchem der monatlichen Ausführungstermine investiert wurde, das Geld hat sich immer ungefähr mit der gleichen Rate verzinst bzw. das Timing der Raten (der Cost-Average-Effekt) war "neutral".
Sobald eine Anlage jedoch stark schwankt (Volatilität) und man in Tranchen investiert, weichen diese beiden Werte fast zwangsläufig voneinander ab. Um zu verdeutlichen, wie extrem dieser Unterschied im Sparplan-Alltag ausfallen kann, betrachten wir drei konstruierte Beispiele. Nehmen wir an, Sie investieren in einen Fonds zu Beginn des ersten Jahres 100 Euro und ein Jahr später noch einmal 100 Euro. Wir vergleichen das Ergebnis am Ende von Jahr 2:
| Szenarien zum Vergleich von Kursrendite und Projektrendite mit zweimal 100 Euro Anlage |
| Szenario | Kursverlauf (Start, nach 1 Jahr, nach 2 Jahren) |
Kursrendite des Fonds |
Anlagewert nach 1 Jahr |
Anlagewert nach 2 Jahren |
Ihre persönliche IRR-Anlagerendite |
| 1. Konstantes Wachstum (wie im Test) | 100 € ➔ 110 € ➔ 121 € | + 10,0 % p.a. | 110 € (100 × 1,1) |
231 € ((110 + 100) × 1,1) |
+ 10,0 % p.a. Renditerechner |
| 2. Nachkaufen im Crash | 100 € ➔ 50 € ➔ 100 € | 0,0 % p.a. | 50 € (100 × 0,5) |
300 € ((50 + 100) × 2,0) |
+ 30,28 % p.a. Renditerechner |
| 3. Nachkaufen im Hype | 100 € ➔ 200 € ➔ 100 € | 0,0 % p.a. | 200 € (100 × 2,0) |
150 € ((200 + 100) × 0,5) |
- 17,71 % p.a. Renditerechner |
Was wir daraus lernen:
- Im Szenario 1 gibt es keine Schwankungen, der Fonds wächst stur um 10 % pro Jahr. Deswegen ist die IRR exakt gleich der Kursrendite.
- Im Szenario 2 hat die Anlage von Start bis Ende nichts gewonnen (0 %). Aber weil Sie im Jahr 1 beim Preis von 50 € für Ihre 100 € gleich doppelt so viele Anteile abstauben konnten, haben Sie am Ende insgesamt 3 Anteile im Wert von je 100 €. Obwohl die Anlage bei 0 % steht, haben Sie eine fantastische persönliche Rendite gemacht!
- Im Szenario 3 kaufen Sie auf dem absoluten Höhepunkt (200 €) nach und bekommen für Ihre 100 € nur einen halben Anteil. Wenn der Kurs dann wieder auf den Startwert fällt, haben Sie real Geld verloren, obwohl die Anlage auf dem Papier eine neutrale 0-%-Rendite ausweist.
Was wäre, wenn...?
Werfen wir abschließend noch einmal einen Blick auf die Tabelle ganz am Anfang des Artikels, speziell auf die ganz rechte Spalte. Hier haben wir simuliert, was passiert wäre, wenn wir die gleichen 662,50 Euro (Eigenkapital + geschenkte Prämie) exakt am 2. des Monats in den DIY-Sparplan gesteckt hätten.
Das Ergebnis: Das DIY-Depot stünde heute bei 700,06 Euro. Der Robo-Advisor kommt mit exakt demselben Kapital-Einsatz in der Realität auf 687,65 Euro.
Genau diese 12,41 Euro Differenz sind die Summe aus zwei wesentlichen Faktoren, die wir bereits ausführlich besprochen haben:
- Die Strategie (Teil 2): Der 11-ETF-Mix mit Schwellenländern lief in diesen sechs Monaten schlichtweg etwas schwächer als der reine Industrieländer-ETF MSCI World.
- Die Reibungsverluste (Teil 3): Die Servicegebühr von 0,48 % p.a., die Spreads, das vorzeitige Rebalancing und eben jener unproduktive Cash-Drag durch die tagelangen Verzögerungen beim Lastschrifteinzug haben das Wachstum zusätzlich eingebremst.
Was nach wenig klingt, ist bei einem durchschnittlich investierten Kapital von rund 300 Euro über dieses halbe Jahr eine wahrnehmbare Bremse. Unsere Ausführungen zum Effekt von scheinbar geringen Gebühren auf das Ergebnis, und was passieren müsste um dies zu kompensieren, finden Sie im Teil: Die (mehr oder weniger) verdeckten Kosten des Robo-Advisors.
Was passiert eigentlich bei einem Börsen-Crash?
In unserem Testzeitraum ging es rasant nach oben. Doch was wäre passiert, wenn die Märkte genau in dieser Zeit eingebrochen wären? Macht die Mitnahme der Prämie dann trotzdem noch Sinn?
Die mathematische Antwort lautet: Ja. Denn eine Prämie funktioniert nicht nur als Rendite-Turbo in guten Zeiten, sondern auch als harter Puffer in schlechten Marktphasen. Selbst wenn das Depot ins Minus rutscht, federn die monatlich geschenkten 12,50 Euro die absoluten Verluste auf das eigene Kapital in dieser Höhe ab. Noch wichtiger ist, dass durch die Prämie in diesen Zeiten zusätzliche Wertpapiere günstig eingekauft werden; zusätzlich im Sinne von: mehr als ohne Prämie.
Wer langfristig in Aktien investieren möchte, kann solch eine Marktphase gelassen sehen. Selbst bei vorübergehenden Buchverlusten bleiben alle Wege offen: Wer den Rundum-Service und den automatischen Ablauf schätzt, lässt das Depot einfach entspannt weiterlaufen – schließlich liegt die langfristige Ertragserwartung einer solchen 100-%-Aktien-Strategie selbst nach Abzug der Robo-Gebühr noch meilenweit über klassischen Banksparplänen oder dem Girokonto. Wer später doch lieber in die reine Eigenregie wechseln möchte, behält die volle Flexibilität, Buchverluste müssen nicht überstürzt realisiert werden. Oft ist ein Wertpapierübertrag möglich, alternativ kann man vom Erkaufserlös günstig selbst die Positionen wieder einkaufen.
Fazit: Der reale Effekt der Neukundenprämie
Aus Sicht des eigenen Geldbeutels ergibt sich damit ein rundum positives Bild: Da es die monatliche 12,50 Euro Prämie beim klassischen DIY-Sparplan im Testzeitraum nicht gab, hat dieser Bonus die leichten Performance-Unterschiede und Gebühren des Robo-Advisors in der Praxis mehr als wettgemacht. Wir stehen am Ende real mit echtem Gewinn da – aus Anlegersicht war das Experiment somit ein voller Erfolg.
Unser 6-monatiger Test zeigt damit eindrucksvoll: Eine Neukundenprämie ist bei kleineren Anlagesummen ein wirksames Instrument. Sie kann anfallende Gebühren und feine Kursabweichungen über mehrere Monate hinweg problemlos ausgleichen und den Einstieg spürbar versüßen.
Gleichzeitig zeigt die Mathematik: Je länger der Anlagehorizont wird und je weiter das Depotvermögen anwächst, desto mehr tritt der einmalige Bonuseffekt in den Hintergrund – und desto relevanter werden auf lange Sicht die laufenden Kosten und die Effizienz der Portfoliostruktur.
Bleibt am Ende die finale Frage für den fünften und letzten Teil unserer Artikelserie: Welches Fazit ziehen wir aus diesem 6-Monats-Vergleich? Ist die DIY-Variante pauschal für jeden die bessere Wahl – oder bietet der Robo-Advisor gerade für bestimmte Anlegertypen Vorteile, die den Preis wert sind?
Lesen Sie weiter: Fazit nach 6 Monaten: Für wen lohnt sich ein Robo-Advisor?



Login für Finanzberater