Die neue Grundsteuer ab 2025 – Bund und Länderregelungen im Überblick
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Rechner zur Grundsteuer 2025Der aktualisierte Grundsteuer-Rechner berechnet die für ein Grundstück anfallende jährliche Grundsteuer (GrSt) anhand von neuem Grundsteuerwert (bisher: Einheitswert), Grundstücksart, Grundsteuermesszahl und Hebesatz der Gemeinde. |
Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2025 trat in Deutschland die reformierte Grundsteuer in Kraft. Ziel war es, eine verfassungskonforme, gerechtere und dennoch praktikable Lösung für die Besteuerung von Grundstücken und Immobilien zu schaffen.
Das neue System der Grundsteuer unterscheidet sich erheblich von der bisherigen Einheitswert-basierten Grundsteuer – und es gilt nicht überall das Gleiche: Einige Bundesländer nutzen ein eigenes Landesmodell.
Das Bundesmodell: Wertorientierte Berechnung
Die Mehrheit der Bundesländer – darunter Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein – wenden das sogenannte Bundesmodell an. Dieses basiert auf einer wertabhängigen Berechnung und bezieht neben der Grundstücksgröße auch aktuelle Werte ein.
Die neue Formel im Bundesmodell
Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz = Grundsteuer
- Grundsteuerwert: basiert auf dem Verkehrswert (ermittelt durch Ertrags- oder Sachwertverfahren)
- Steuermesszahl: wurde zur Begrenzung der Steuerlast stark abgesenkt
- Hebesatz: wird weiterhin von der jeweiligen Gemeinde festgelegt
Wertunabhängige Landesmodelle
Einige Bundesländer – wie z.B. Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg – gehen eigene Wege und nutzen wertunabhängige Modelle, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Hier fließen z.B. nur Grundstücksfläche, Wohnfläche oder die Nutzung ein, nicht aber der aktuelle Wert.
Beispiele:
- Bayern: Flächenmodell mit einfacher Formel: Grundstücksfläche und Wohn- bzw. Nutzungsfläche multipliziert mit jeweiliger Äquivalenzzahl
- Baden-Württemberg: modifiziertes Bodenwertmodell (nur Bodenwert, keine Gebäudewerte)
- Hamburg und Hessen (vereinfachtes Modell): Flächen-Lage-Modell (basiert auf Fläche und durchschnittlicher Lageeinordnung)
Vergleich: Bundesmodell vs. Landesmodell
Im Vergleich zwischen Bundesmodell und den Landesmodellen zeigen sich deutliche Unterschiede. Das Bundesmodell setzt auf eine möglichst realitätsnahe Bewertung, indem es aktuelle Verkehrswerte, Bodenrichtwerte und weitere wertabhängige Faktoren berücksichtigt. Dadurch ist der Aufwand für Eigentümer und Verwaltung höher, da mehr Daten erfasst und bewertet werden müssen.
Demgegenüber verfolgen viele Landesmodelle, wie etwa das bayerische Flächenmodell, einen anderen Ansatz: Sie basieren nicht auf Marktwerten, sondern verwenden ausschließlich einfache Parameter wie Grundstücksfläche, Wohn- undr Nutzfläche des Gebäudes. Der Vorteil liegt hier in der geringeren Komplexität und einem deutlich reduzierten Verwaltungsaufwand. Eigentümer müssen oft nur wenige Angaben machen, was das Verfahren transparenter und leichter handhabbar macht.
Während das Bundesmodell eine höhere Genauigkeit in der Steuerberechnung anstrebt, setzen die Landesmodelle auf praktikable, standardisierte Verfahren, um Bürger und Verwaltung zu entlasten.
Welche Regelung gilt für mich?
Welches Modell zur Anwendung kommt, hängt vom Bundesland der Immobilie ab – nicht vom Wohnsitz des Eigentümers. Eigentümer sollten sich daher frühzeitig informieren, welches Verfahren gilt, welche Daten benötigt werden und ob bereits ein neuer Grundsteuerbescheid vorliegt oder bald folgen wird.
Im nächsten Artikel widmen wir uns der praktischen Berechnung der neuen Grundsteuer mit Beispielen, um die Unterschiede verständlich zu machen.
Lesen Sie weiter: Berechnung der neuen Grundsteuer – Beispielrechnungen für das Bundesmodell und ausgewählte Landesmodelle



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